Dienstag, 14. Januar 2020, 18.00 Uhr

Theodeor Fontane und Italien -

der märkische Skeptiker im Süden und der Süden in seinem Werk

Vortrag von Dr. Dieter Richter, Bremen

Zentrum für kulturwissenschaftliche Forschung (ZKFL), Königstraße 42

 

Die Magnetnadel seiner Natur weise nach dem Norden, hat Theodor Fontane einmal geschrieben, und in der Tat bestimmen nördliche Schauplätze sowohl seine Biographie wie auch sein literarisches Werk. Italien lernte er jedoch auf einer siebenwöchigen Reise kennen, die ihn 1874 über Venedig, Florenz und Rom bis an den Golf von Neapel führte. 1875 folgte eine weitere Reise durch die oberitalienischen Städte.

Fontanes Briefe und Tagebücher zeigen ihn als modernen Italien-Skeptiker. Er geißelt das Schwärmen seiner reisenden Zeitgenossen und fällt eigenwillige, manchmal höchst respektlose Urteile. Auch in seinen Romanen tauchen gelegentlich italienische Szenarien auf – von Effie Briests Hochzeitsreise nach Venedig über „L´ Adultera“ und „Schach von Wuthenow“ bis zu Woldemar von Stechlins Einsichten in die globale Vernetzung des Golfs von Neapel mit dem kleinen Stechlin-See in der Mark Brandenburg.

Dieter Richter, Autor zahlreicher kulturhistorischer Werke über Italien, hat mit seinem Buch „Fontane in Italien“ (Wagenbach Verlag 2019) deutlich gemacht, welche Bedeutung Italien auch für den märkischen Dichter hatte.

 

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

Im Anschluss Neujahrs-Prosecco

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Freitag, 31. Januar 2020, 18:30 Uhr

Der Exotismus in der Musik oder

Wie ein Italiener sich die Musik von Ägypten, China und Japan vorstellt

Musikvortrag von Dr. phil. Sabine Sonntag

VHS-Aula, Falkenplatz 10

 

Im 19. Jahrhundert nach Fernost reisen, das konnten nur wenige. Die Europäer hatten eher vage Vorstellungen von China, Japan oder Indien. Aber der Drang, den eigenen Horizont zu erweitern, war groß. Ein paar Abenteurer brachen um 1850 auf, ferne Länder zu erkunden. Was sie dort erlebten, schrieben sie auf. Über solch reich ausgeschmückte Erlebnisromane voller exotischem Flair kam das Ferne nach Paris, Mailand, London und Berlin

und auf die Schreibtische der Komponisten, die selbst nie im indischen Dschungel waren oder einen chinesischen Buddha gesehen hatten. Mit einer Mischung aus per Notenmaterial beschaffter authentischer indischer oder chinesischer Musik und ganz viel Imagination machten sich Komponisten wie Verdi und Puccini daran, das Ferne zu „erfinden“. Werke wie Aida, Turandot oder Madame Butterfly machen die andere Welt hörbar. (Wenn Aida am Nil ihren Geliebten erwartet oder Madame Butterfly erscheint, klingt es uns „fremd vorm Ohr“.) Mit welchen Mitteln das den Komponisten gelang, ist Thema von Sabine Sonntags Vortrag, der mit Musik- und Videobeispielen bereichert wird.

 

Dr. Sabine Sonntag lehrt an der Musikhochschule Hannover Operndramaturgie und Historische Musikwissenschaft. Unsere Mitglieder hat sie schon seit Jahren mit ihren lebhaft dargebotenen Multimedia-Vorträgen zum Thema Oper begeistert.

 

In Zusammenarbeit mit der VHS

Eintritt 7€ / 4 € DIG-Mitglieder

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Mittwoch, 5. Februar 2020, 20:00 Uhr

Lucrezia Borgia - Glanz und Gewalt

Lesung und Buchvorstellung

Buchhandlung Hugendubel, Königstraße 67 a

 

Lucrezia Borgia (1480-1519) gehört zu den übel beleumdetsten Frauengestalten der Geschichte. Sie wurde zum Sinnbild schlimmster moralischer Verworfenheit stilisiert, man bezichtigte sie der wildesten Ausschweifungen, ja des mehrfachen Inzests. Diese „schwarze Legende“ wird bis heute weitergesponnen. Doch die Wahrheit sieht anders aus.  Der historischen Lucrezia nachzuspüren, bis sie schließlich zur hochgeachteten Fürstin von Ferrara und kühnen Unternehmerin wurde, ist allemal spannender als eine weitere Ausschmückung des gängigen Bildes mit noch mehr Blut, Sex und Gift, wie sie zum Beispiel in den populären TV-Serien der letzten Jahre über die Borgia betrieben wird.

 

Friederike Hausmann hat in Berlin Geschichte und Latein studiert und sich am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz in die italienische Geschichte eingearbeitet. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland beschäftigt sie sich schreibend und übersetzend mit der politischen und kulturellen Geschichte Italiens von der Renaissance bis heute. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher über Italien, die hauptsächlich im Wagenbach Verlag erschienen sind; ihre Biographie Lucrezia Borgia - Glanz und Gewalt erschien 2019 im C.H. Beck Verlag in München.

 

In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Hugendubel

Eintritt 10 € / 4 € DIG-Mitglieder

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Donnerstag, 20. Februar 2020, 18:00 Uhr

Omaggio a Raffaello Sanzio – Italienische Renaissancemusik

Lautenkonzert mit Simone Vallerotonda, Rom

St.-Jürgen-Kapelle, Ratzeburger Allee 23B

 

Anlässlich des 500sten Todesjahres des großen Malers und Architekten Raffael (1483-1520) -

auch Raffael da Urbino oder Raffaello Santi - hat der römische Lautenist Simone Vallerotonda ein Programm mit Musik aus dessen Lebenszeit zusammengestellt:

Punctum contra Punctum – musikalische Symmetrien in der italienischen Renaissance

ist es überschrieben und beinhaltet Kompositionen aus Lautentabulaturen u.a. von

Francesco Spinacino, Marco dall´Aquila und Francesco da Milano.

Zur Untermalung werden Bilder von Raffael gezeigt.

 

Simone Vallerotonda, 1983 in Rom geboren, lernte zunächst klassische Gitarre.

Die Faszination an Alter Musik brachte ihn mit 18 Jahren zum Lautenstudium bei Andrea Damiani am Conservatorio Santa Cecilia in Rom, das er mit Bestnoten abschloss. Anschließend erwarb er, unter der Leitung von Rolf Lislevand an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, einen Master-Abschluss mit Auszeichnung in Theorbe und Barockgitarre. Außerdem schloss er ein Philosophie-Studium  mit Auszeichnung ab.

Im Jahr 2014 gründete er I Bassifondi, sein Ensemble, mit dem er das Repertoire für Gitarre, Theorbe und Laute des 17. und 18. Jahrhunderts mit Basso continuo spielt.

Simone Vallerotonda musiziert auf einer 6-chörigen Laute von Stephen Murphy, Mollans sur Ouvèze 1993.

 

In Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde in St. Jürgen

Eintritt frei

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Samstag, 22. Februar 2020, 17:00 Uhr

Unterwegs mit Hermann Hesse in Italien

Ein literarisch-kunstgeschichtlicher Bilder-Streifzug vom Comer See bis nach Umbrien

Referent: Klaus Kirmis, Osnabrück

Technikzentrum Lübeck, Breite Straße 6-8

 

"Alle freiwilligen Reisen meines Lebens waren nach Süden gerichtet."

                                                                                                       Hermann Hesse

Hermann Hesse, 1877 in Calw/Württemberg geboren und hochbetagt 1962 in Montagnola bei Lugano gestorben, ist nach wie vor einer der meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. „Unterm Rad“, „Siddhartha“, „Der Steppenwolf“ und „Das Glasperlenspiel“ zählen zu seinen bekanntesten Werken.

Den Goethe-Verehrer Hesse zog es immer wieder auf die Apennin-Halbinsel. Worüber der „Baedeker unverantwortlich schweigt", das finden wir in Hesses Tagebüchern und Reiseskizzen so anschaulich und poetisch geschildert, dass es auch heute noch ein Genuss ist, die Landschaften, Städte und Sehenswürdigkeiten Ober- und Mittelitaliens, die er beschrieben hat, mit seinen Augen zu erleben. Dieser literarische und kunstgeschichtliche Streifzug führt von den oberitalienischen Seen über Venedig, Ravenna, Pisa und Florenz bis nach Umbrien und erklärt, warum Hesse nicht nach Rom weitergereist ist.

 

Klaus Kirmis führt für die Osnabrücker Agentur ReiseKunst Studienreisen durch, die er durch kunstgeschichtliche Vorträge und Seminare ergänzt.

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

vino e pane

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