Samstag, 03. September 2022, 18.00 Uhr

"La fine delle mafie - a lezione da Giovanni Falcone"

Vortrag mit Buchvorstellung von Dr. Alessandro Bellardita, Karlsruhe

Haus Eden, Königstraße 25

 

Giovanni Falcone ist vor 30 Jahren ermordet worden. Die sizilianische Cosa Nostra reagierte mit dem Attentat auf die Verurteilungen im so genannten Maxi- Prozess von Palermo. Falcones investigative Methoden (der so genannten "metodo Falcone"), und seine große Zuversicht, dass die Mafia besiegt werden kann, bilden den Kern seines Buches "Cose di Cosa Nostra" (ins Deutsche übersetzt vom KNAUR-Verlag mit dem Titel "Mafia intern"), ein Klassiker in Italien. Kein anderer Staatsanwalt kannte die Mafia so gut wie Giovanni Falcone: Aus seinen Ausführungen ergeben sich wichtige Erkenntnisse auch für Deutschland. Inwieweit kann die organisierte Kriminalität auch in Deutschland zu einer Gefährdung unserer demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung führen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Dr. Alessandro Bellardita in seinem neuen Buch "La fine delle mafie - a lezione da Giovanni Falcone", das am 25. 04. 2022 erscheinen soll (Klotz Verlag, mit einem Vorwort von Franco La Torre").

Alessandro Bellardita ist Richter in Karlsruhe und Dozent an der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen. Nach einem Buch über den italienischen Liedermacher Fabrizio de André erscheint im Mai sein zweites Sachbuch über Giovanni Falcone.

Eintritt 7€/ 4 € DIG-Mitglieder

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Mittwoch, 28. September 2022, 19.00 Uhr

Raffael - 500 Jahre "Bellezza divina"

Vortrag von Dr. Günter W. Hartmann, Hamburg

VHS-Aula, Falkenplatz 10
 

Innerhalb des Dreigestirns der Renaissance, Leonardo, Michelangelo und Raffael, kann man letzteren begreifen als den Überbringer klassischer Schönheit, während Michelangelo uns erschauern lässt und Leonardos Werke uns das tiefgründige Wissen seiner Epoche vermitteln. Die Anziehungskraft Raffaels blieb über Jahrhunderte ungebrochen. Eine wichtige Quelle für die Anmut seiner Figuren ist in der Ausbildung bei Pietro Perugino zu finden. Dessen schlanke Gestalten sind in ihrer Lieblichkeit Nachfahren des „Schönen Stils“ der gotischen Epoche. Unter dem Einfluss Leonardos gewinnen Raffaels Figuren Erdenschwere und menschennahe Körperlichkeit, was besonders bei den Madonnenbildern spürbar wird. Die Auseinandersetzung mit Michelangelo schließlich verleiht Raffaels Gestalten würdevolle Monumentalität, wovon die Fresken in S. Maria della Pace und die der Stanzen eindrucksvoll Zeugnis ablegen. Anlässlich des Todestages des großen Renaissancemalers, der am 6. April 1520 frühvollendet mit nur 37 Jahren verstorben ist, gibt der Vortrag einen Einblick in die Entwicklung und die herausragende Bedeutung seines künstlerischen Werkes.


Dr. Günter W. Hartmann ist Kunsthistoriker und war bereits häufig Gast der DIG Lübeck. Auf seinen Raffael-Vortrag, den wir coronabedingt schon zweimal verschieben mussten, freuen wir uns besonders.


In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck
Eintritt 7 €/ 4 € DIG-Mitglieder

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Dienstag, 4. Oktober 2022, 19.30 Uhr

Der italienische Mozart

Multimediavortrag von Dr. Sabine Sonntag, Hannover
Großer Saal der Gemeinnützigen, Königstraße 5 - in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Lübeck, Eintritt frei

 

Das Publikum in Wien und Prag, für das Mozart seine Opern „Die Hochzeit des Figaro, Don Giovanni und Così fan tutte“ schrieb, liebte die italienische Oper mehr als die deutsche – oder auch die französische. Das bekamen nach Mozart noch Komponisten wie Schubert, Beethoven und Weber zu spüren. Als Mozart den Auftrag für die Entführung aus dem Serail erhielt, entbrannte Streit unter den Beratern des Kaisers, in welcher Sprache denn diese neue Oper sein sollte. Obwohl Mozart die Oper auf Deutsch schrieb, enthält sie doch besonders in den Arien der Konstanze viel Italienisches. Wie geht das zusammen? Kann man in deutscher Sprache italienischen Stil singen? Wie kam es zu einer Renaissance von Mozarts italienischen Opern seiner frühen Salzburger Zeit? Solche Fragen stellt der Vortrag und beantwortet sie mit vielen Musik- und Filmbeispielen.
 

Dr. Sabine Sonntag ist Opernregisseurin, Dramaturgin und Autorin und lehrt an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover Operndramaturgie und Historische Musikwissenschaft. Mit ihren lebendigen und kenntnisreichen Vorträgen hat sie die Lübecker DIG schon mehrfach begeistert.
In Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen
Eintritt frei

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Samstag, 15. Oktober 2022, 18.30 Uhr

Con gusto - die kulinarische Geschichte der Italiensehnsucht

Buchvorstellung und Lesung von Prof. Dr. Dieter Richter, Bremen

Haus Eden, Königstraße 25 - Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

 

Wer zu Goethes Zeiten nach Italien reiste, suchte Augenlust, nicht Gaumenschmaus. Über  Jahrhunderte hinweg galt die italienische Küche den Besuchern aus dem Norden als ungenießbar und gesundheitsschädlich: Maccaroni? Ekles Wurmgewinde! Pizza? Unverdauliches Fladenbrot! Und gar Meerspinnen oder Polypen? Pfui, wer kann so etwas essen wollen! Lang hat es gedauert, bis Neugier den fremden Geschmack zum vertrauten werden ließ. Zuerst exportierten wandernde  Zitronenmänner« und »Pomeranzengänger« die Südfrüchte in den Norden. Später brachten die Eisdielen den Duft des Südens. Mit der italienischen Einwanderung in den 70er Jahren begann der Siegeszug der Pizza. Und aus dem »Ristorante Italiano«, das die deutschen Massentouristen an der Adria schüchtern betraten, wurde der heimische »Lieblingsitaliener«, der längst die Eck- oder Dorfkneipe ersetzt hatte. Mit der Mittelmeerdiät (von der UNESCO 2010 zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt) verband sich der Traum vom guten Leben endgültig mit dem Geschmack des Mediterranen.

Dieter Richter war Professor für Kritische Literaturgeschichte an der Universität Bremen und ist Verfasser zahlreicher kulturwissenschaftlicher Bücher, insbesondere zum Thema Italien. Er erzählt - wie immer kulinarisch und mit großer Kennerschaft – die Kulturgeschichte einer Begegnung: Wie die italienische Küche in den Norden kam und zur Zauberformel des guten Lebens wurde. Von Goethes Italienreise bis zur Mittelmeerdiät.

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Mittwoch, 26. Oktober 2022, 19.00 Uhr

Bocaccio - ein Dichterleben zwischen Hölle und Paradies

Autorenlesung von Dr. Klaus Engert, Maroldsweisach

VHS-Aula, Falkenplatz 10 - in Zusammenarbeit mit der VHS-Lüeck, Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

 

Der Autor erläutert und liest aus seiner glanzvollen Lebensbeschreibung des Vaters der europäischen Prosaliteratur in Zeiten des ausufernden Frühkapitalismus zwischen Florenz und Neapel. Boccaccio musste mitten in seinem Leben mit der Pest des Jahres 1348 die größte Pandemie, die Europa je heimsuchte, miterleben. Die anschaulich erläuterten gesellschaftlichen Veränderungen der damaligen Zeit erinnern stark an die durch die Corona-Pandemie hervorgerufenen. Zunächst entführt Klaus Engert in die glückliche Studienzeit in Neapel rund um den Hof König Roberts von Anjou und Boccaccios unbeschwertes, genussvolles Leben. In spannendem Kontrast dazu steht sein Rückzug in die ländliche Abgeschiedenheit des toskanischen Certaldo mit der bewussten Abkehr von gesellschaftlichen Eitelkeiten und vom übertriebenen Materialismus. So entsteht das Porträt eines prägenden Humanisten der Frührenaissance, der der Menschheit seinen “Decamerone” geschenkt hat. Klaus Engert lässt den Menschen voller Güte und Mitmenschlichkeit lebendig werden, der neapolitanische Lebensfreude und toskanische Tugenden in sich und seiner Literatur vereint – dessen Leben aber auch geprägt war von der todbringenden Epidemie von 1348, ihren Spätfolgen und den bis zu seinem Tod wiederkehrenden weiteren Wellen.
 

Dr. Klaus Engert, geboren 1964 in Würzburg, widmete sich bereits im Studium - u.a. an der Universität Bologna bei Umberto Eco - der italienischen Sprache, Geschichte und Kunstgeschichte und der italienischen Literatur des 14. Jahrhunderts.
In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck
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Mittwoch, 9 November 2022, 18.30 Uhr

Venetien - Veron, Padua, Vicenza und die Viellen im Veneto

Eine länder- und kulturgeschichtliche Bilder-Reise mit Klaus Kirmis, Osnabrück/Bremen

VHS-Aula, Falkenplatz 10 - in Zusammenarbeit mit der VHS-Lüeck, Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

 

Italien ist zweifellos das an Kunstschätzen reichste Land Europas, und das gilt in ganz besonderem Maß für das Veneto. In diesem Bilder-Vortrag werden einige der faszinierenden Kunst- und Kulturschätze dieser oberitalienischen Region präsentiert. In Verona, bekannt durch seine sommerlichen Opernaufführungen im antiken Amphitheater und als Schauplatz von Shakespeares „Romeo und Julia“, wird insbesondere die bedeutende mittelalterliche Kirche San Zeno mit ihren herrlichen Bronzetüren vorgestellt. Die Bilderreise führt weiter über Bassano del Grappa am
Brenta-Fluß nach Padua, der Stadt des Hl. Antonius mit den weltbekannten Giotto-Fresken in der Arena-Kapelle. Als Schwerpunkt des Vortrages werden schließlich Vicenza, die Kunststadt des maßgeblichen Renaissance-Architekten Andrea Palladio, und einige der bedeutenden Villen im Veneto mit ihren wunderschönen Gartenanlagen behandelt.
 

Klaus Kirmis ist seit vielen Jahren als Leiter von Studienreisen tätig und war schon häufig Gast der DIG
Lübeck. Seine lebendigen Vorträge mit selbst erstelltem Bildmaterial vermitteln faszinierende Einblicke in die europäische Kulturgeschichte.
In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck.
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Dienstag, 15. November 2022, 19.30 Uhr

Hommage an Enrico Caruso

Vortrag von Jochem Wolff, Kassel

Großer Saal der Gemeinnützigen, Königstraße 5 - in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Lübeck, Eintritt frei

 

Als Enrico Caruso im August 1921 in seiner Heimatstadt Neapel verstarb, säumten weit über  100.000 Trauernde seinen letzten Weg. Puccini hatte ihn zum „Halbgott“ erklärt, das Publikum war regelmäßig in Beifallsstürme ausgebrochen, und die Kritiker hatten nach immer neuen Superlativen unter den Attributen gesucht. Caruso ist im Grunde bis heute noch in vielen Teilen der Welt populär als der berühmteste Tenor zumindest in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein grandioses Talent glänzte nicht nur auf den großen Opernbühnen u.a. von Mailand, Paris und über reichlich viele Jahre hinweg von NY City mit der MET-Oper, sondern auch in hunderten von Schallplatten-Einspielungen, was unter den damaligen technischen Bedingungen von besonderem Wert war und nach wie vor ist.
 

Der Musikschriftsteller, Kulturhistoriker und Dramaturg Jochem Wolff entwirft ein vielschichtiges Porträt und bietet überdies aus seinem Archiv eine Fülle historischer Aufnahmen. Schließlich wird ein Bogen geschlagen zu einigen führenden internationalen und vor allem deutschen Tenören in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.
In Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen im Rahmen der „Dienstagsvorträge“.
Eintritt frei.

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Mittwoch, 30. November 2022, 19.00 Uhr

Die Künstlerfamilie Giocometti

Vortrag von Dr. Ulrike Müller-Heckmann, Hamburg

VHS-Aula, Falkenplatz 10 - in Zusammenarbeit mit der VHS-Lübeck, Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder
 

Die weitverzweigte Giacometti-Familie aus den Bergeller Alpen hat die Kunst weit über die Grenzen der Schweiz geprägt. Der berühmteste ist sicherlich Alberto Giacometti, der mit seinen fragilen, stark gelängten Skulpturen seit den 1950er Jahren Weltruhm erfahren hat. Doch auch die anderen Mitglieder der Familie waren bekannte Künstler: Albertos Vater Giovanni war als Maler anerkannt und führte mit seinen farbintensiven Bildern die Lichtmalerei seines Vorbildes Giovanni Segantini weiter; er stand zudem in intensivem Austausch mit den Malerfreunden Ferdinand Hodler und Cuno Amiet. Neben dem erstgeborenen Alberto war auch der mittlere Bruder Diego als Designer geschätzt, während der jüngste Sohn Bruno Giacometti ein bekannter Architekt wurde. Alle Mitglieder der Künstlerfamilie Giacometti blieben lebenslang miteinander verbunden und trafen sich regelmäßig in ihrer Tessiner Heimat. Der Vortrag widmet sich dieser Künstlerdynastie, ihrem Umfeld und der traumhaften Landschaft des italienisch sprechenden Bergell.


Dr. Ulrike Müller-Heckmann hat Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Malerei studiert. Sie ist für das Kunstforum Matthäus in Hamburg tätig und vor allem mit der Leitung kunstgeschichtlicher Studienreisen betraut. Ihre profund ausgearbeiteten Vorträge haben auch in Lübeck eine begeisterte Zuhörerschaft gefunden.
In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck.
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