Mittwoch, 19. Januar 2022, 19.00 Uhr

Mit Hermann Hesse im Tessin

Vortrag von Dr. Ulrike Müller-Heckmann, Hamburg
findet aufgrund der aktuellen Corona-Situation als Online-Vortrag statt

 

Für Hermann Hesse ist der vierzigjährige Aufenthalt im Tessin mehr als eine Sommerfrische gewesen: Nach einer existentiellen Krise, der Trennung von Frau und Söhnen und dem Zusammenbruch Europas im 1. Weltkrieg zieht er sich 1917 völlig mittellos in das Dorf Montagnola oberhalb von Lugano zurück. Hier erlebt er eine Wiedergeburt im Kontakt mit der Natur und beginnt auf seinen ausgedehnten Wanderungen zu malen und auch wieder zu schreiben. Während die farbigen Aquarelle die Sehnsucht nach dem reinen Glück in der Anschauung der Natur zeigen, behandeln seine Bücher das große Thema der inneren Zerrissenheit. Seine wichtigsten Werke sind hier in Montagnola entstanden: „Narziß und Goldmund“, „Siddartha“, „Klingsors letzter Sommer“ und „Das Glasperlenspiel“. Der Vortrag referiert Hesses Aufenthalt im Tessin anhand seiner Tagebuchnotizen, Gedichte und Aquarelle und ergänzt diese mit Informationen zu landschaftlich und kunsthistorisch interessanten Orten und Gegebenheiten im Tessin und an den Oberitalienischen Seen.
Dr. Ulrike Müller-Heckmann hat Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Malerei studiert. Sie ist für das Kunstforum Matthäus in Hamburg tätig und mit der Leitung von kunstgeschichtlichen Studienreisen betraut. Ihre präzise ausgearbeiteten Vorträge haben unsere Zuhörer bereits mehrfach begeistert.


In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck
Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

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Freitag, 11. Februar 2022, 19.00 Uhr

Wettlauf zum Nordpol – Italiens Ambitionen auf die Arktis

Bildervortrag von Dr. Reinhard Laszig, Kiel

VHS-Aula, Falkenplatz 10

 

Als im Zeitalter der industriellen Revolution der Glaube an die Technik in das alles Machbare stieg, erinnerte man sich der weißen Flecken auf dem Globus. Insbesondere England, Frankreich, Norwegen und Schweden, aber auch Deutschland machten sich Hoffnung, unentdeckte Bodenschätze in der noch keinem Nationalstaat gehörenden Arktis zu entdecken. Politiker, Wissenschaftler und Abenteurer aus weiteren Ländern wie Italien wollten sich an diesem Wettlauf um Ruhm und nicht zuletzt wirtschaftliche Vorteile beteiligen.

Der erste Italiener, der den Wettlauf zum Nordpol aufnahm, war der Herzog der Abruzzen, Prinz Ludwig Amadeus von Savoyen. Zwar erreichten weder er noch sein Expeditionsmitglied Umberto Cagni den Pol, aber es war in Italien der Keim zur weiteren Erforschung der Arktis gelegt.

Hier nun reihte sich der Ingenieur und spätere General Umberto Nobile in die Reihe der Nordpolforscher ein, indem er den Versuch unternahm, per Luftschiff den Pol zu überqueren.

Der Bildervortrag zeigt die Geschichte der italienischen Bemühungen um die Arktis. Unglaubliche Geschichten ranken sich um Nobile, Amundsen, Mussolini, Lincoln Ellsworth und den sowjetischen Eisbrecher Krassin.

 

Dr. Reinhard Laszig ist uns bekannt durch seine informativen und unterhaltsamen Vorträge über die Themen Gewürze, Schokolade und Kaffee.

 

In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

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Freitag, 18. Februar 2022, 19.00 Uhr

Raffael - 500 Jahre "Bellezza divina"

Vortrag von Dr. Günter W. Hartmann, Hamburg

VHS–Aula, Falkenplatz 10

 

Innerhalb des Dreigestirns der Renaissance - Leonardo, Michelangelo und Raffael - kann man Letzteren begreifen als den Überbringer klassischer Schönheit, während Michelangelo uns angesichts der „terribilità divina“ in seinen Werken erschauern und Leonardo uns das tiefgründige Wissen seiner Epoche in seinen unzähligen Zeichnungen und den in Sfumato gehüllten Malereien erahnen lässt.

Die Anziehungskraft der Werke Raffaels blieb über Jahrhunderte ungebrochen. Eine wichtige Quelle für die Anmut seiner Figuren ist in der Ausbildung Raffaels bei Pietro Perugino zu finden. Dessen schlanke Gestalten sind in ihrer Geziertheit und Lieblichkeit Nachfahren des „Schönen Stils“ der gotischen Epoche. Unter dem Einfluss Leonardos gewinnen Raffaels Figuren Erdenschwere und menschennahe Körperlichkeit, was besonders bei den Madonnenbildern spürbar wird. Die Auseinandersetzung mit Michelangelo schließlich verleiht Raffaels Gestalten würdevolle Monumentalität, wovon die Fresken in S. Maria della Pace und die der Stanzen eindrucksvoll Zeugnis ablegen.

Anlässlich des Todestages des großen Renaissancemalers, der am 6. April 1520 frühvollendet mit nur 37 Jahren verstorben ist, gibt der Vortrag einen Einblick in die Entwicklung und die herausragende Bedeutung seines künstlerischen Werkes.

Dr. Günter W. Hartmann ist Kunsthistoriker und war bereits häufig Gast der DIG Lübeck.

 

In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

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Mittwoch, 2. März 2022, 19.00 Uhr

Oberitalienische Seen/Tessin

Kultur- und gartengeschichtliche Bilder-Reise von Klaus Kirmis, Bremen

VHS-Aula, Falkenplatz 10

 

Diese Bilder-Präsentation führt zu interessanten Kunststädten sowie traumhaften Villen und Gärten in paradiesischen Seenlandschaften zwischen Comer See und Lago Maggiore.

Der besondere Reiz dieser Gegend liegt im angenehmen Klima mit üppiger Vegetation und dem Kontrast von alpiner und submediterraner Landschaft. Schneebedeckte Berge glänzen am Horizont, während man an den malerischen Seeufern unter Palmen spazieren kann. Die künstlerische Gartentradition datiert bis in die römisch-antike Zeit; es entstanden einige der schönsten italienischen Gärten überhaupt. Die dazugehörigen Villen – Villa Carlotta mit bedeutender Kunstsammlung - entfalteten eine verfeinerte Eleganz, die von den üppig wachsenden Gartenanlagen mit zigtausenden Pflanzenarten wunderbar widergespiegelt wird.

Einen Höhepunkt bilden die drei Borromäischen Inseln mit der weltberühmten Isola Bella.

Ausflüge nach Ascona mit dem nahegelegenen Monte Verità  - im frühen 20. Jahrhundert eine Kolonie für Künstler und Intellektuelle - und zum Parco Scherrer in Morcote runden diese Bilder-Reise ab.

 

Klaus Kirmis ist begeisterter Kunstdozent. Seine kunstgeschichtlichen Studienreisen ergänzt er durch Vorträge und Seminare, die häufig auch literarische Aspekte beinhalten. Seine Vorträge über Goethes Italienische Reise, Hermann Hesse in Italien und Venedig sind uns in bester Erinnerung.

 

In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

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Sonntag, 6. März 2022, 17 Uhr

Von Clementi zu Beethoven

Klavierkonzert mit Luca Pieruccioni

Saal im Haus Eden, Königstraße 25

 

Im Jahr 2020 wurde der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens gefeiert.

Anlässlich dieses Geburtstags konzipierte der italienische Pianist Luca Pieruccioni ein Konzertprogramm, das die Klaviermusik des italienischen Komponisten Muzio Clementi (1752 – 1832) und die Beethovens (1770 – 1827) in Beziehung setzt.

Clementi hat einen entscheidenden Einfluss in Bezug auf die Klaviertechnik gehabt, und es gibt viele technische, ausdrucksmäßige und formale Elemente, die der Bonner Komponist von der kompositorischen Behandlung des Klaviers bei Clementi vor allem in seinen ersten Klaviersonaten übernimmt.

Aus Clementis Schule schöpfen auch die Musiker der Frühklassik Haydn und Mozart.

 

Luca Pieruccioni hat Klavier und Dirigieren in La Spezia und Florenz studiert und danach seine Fähigkeiten bei namhaften Dozenten erweitert.

Er war Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben, konzertiert sowohl solistisch wie als Begleiter und spielt Kammermusik von Trio bis Quintett, ebenso Klavier

4-händig und 8-händig an 2 Klavieren.

Er ist Dozent am Liceo „Augusto Passaglia“ in Lucca.

 

In Zusammenarbeit mit der Società Dante Alighieri Kiel

Eintritt frei

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Donnerstag, 17. März 2022, 18.00 Uhr

Lesemarathon Elsa Morante

"L'isola di Arturo" - "Arturos Insel"*

Scharbausaal der Stadtbibliothek, Hundestraße 5-17

 

In der mittlerweile achten Ausgabe des beliebten Veranstaltungsformates der VDIG steht Elsa Morantes Roman "L'isola di Arturo" - "Arturos Insel" im Mittelpunkt. Procida ist die italienische Kulturhauptstadt 2022 – das war für uns die Inspiration für die Themenauswahl.

 

Für die wissenschaftliche Beratung konnten wir erneut (nach „Il Gattopardo“ 2020)

Dr. Maike Albath gewinnen, die auf das Thema einstimmt:

"Es ist einer der geheimnisvollsten und faszinierendsten Romane der italienischen Nachkriegsliteratur: Arturos Insel von Elsa Morante. Er wurde 1957 veröffentlicht und ausgezeichnet mit dem Premio Strega. In ihm lässt die Schriftstellerin einen Mann das Wort ergreifen, der sich in seine Kindheit und Jugend zurückversetzt. Schauplatz ist die Insel Procida, zeitenthoben und unberührt von den politischen Geschehnissen. Arturos Familienverhältnisse sind verwickelt, die Mutter lebt nicht mehr, der Vater ist häufig abwesend. Der Junge streift selbstbestimmt durch die paradiesische Natur. In seinem Kodex der absoluten Wahrheiten idealisiert er die Elternfiguren, bis er eines Tages die Wahrheit erkennt und erwachsen wird. Arturos Insel ist die poetische Erkundung archaischer Gefühle und Bindungen."

 

Wir laden alle an Literatur interessierten Menschen zu dieser Veranstaltung ein, bei der Vertreter von Kultur und Politik sowie Mitglieder der DIG ausgewählte Passagen lesen werden.

Die Lesung wird ergänzt durch visuelle Impressionen von Procida und Musikbeiträge von Markus Rollwage.

 

*Elsa Morante: Arturos Insel. Aus dem Italienischen von Susanne Hurni-Maehler, © 1997, 1999, 2002, 2005, 2016 Verlag Klaus Wagenbach, Berlin  

 

Mit freundlicher Unterstützung des Verlag Klaus Wagenbach und © Elsa Morante Estate

In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Lübeck

Eintritt frei

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Freitag, 25. März 2022, 19.00 Uhr

Amalfi und Ravello

Vortrag von Dr. Jochen Schröder, Hamburg

VHS-Aula, Falkenplatz 10

 

Ohne viel Hinterland und lange Zeit überhaupt ohne Landverbindungen, sind die Städte im Südosten der Sorrentiner Halbinsel eine Sache für sich geworden. Amalfi hatte seine größten Tage im Früh- und Hochmittelalter, bevor Kriege mit Pisa und ein katastrophales Erdbeben im 14. Jahrhundert aus der stolzen Stadtrepublik eine verschlafene Landpomeranze machten. 

Die Schwesterstadt Ravello oberhalb war - immer einige Jahrzehnte später - von ähnlicher Pracht, wetteifernd mit Salerno und den Städten auf Sizilien.

Als Karl von Anjou in der Klemme war, verpfändete er einmal die sizilianische Krone hierhin an seinen Bankier Rufolo. Im 19. Jahrhundert wurden gastierende Komponisten wie Verdi, Wagner oder Grieg durch die feudalen Gärten der Villa Rufolo inspiriert. Auch die Villen der Jahrhundertwende, die sich die mondäne Welt von Axel Munthe bis Fritz Krupp am Golf von Neapel kaufte, sind in ihren besten Beispielen schon der Lage wegen sehenswert; die Straße zur Villa Krupp gilt heute als Industriedenkmal. Lassen Sie uns miteinander den großen Schönheiten dieser bezaubernden Steilküstenlandschaft nachgehen!

 

Dr. Jochen Schröder ist Studienleiter beim Kunstforum Matthäus in Hamburg und unternimmt regelmäßig Studienfahrten in die Regionen Unteritaliens.

 

In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

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Freitag, 8. April 2022, 19.00 Uhr

Giovanni Bellini und Andrea Mantegna

Kunsthistorischer Vortrag von Susanne Resch, M.A.

ZKFL, Königstraße 42

 

Giovanni Bellini und Andrea Mantegna sind die führenden Maler der Frührenaissance in Oberitalien. Durch die Heirat Mantegnas 1453 mit Nicolosia Bellini waren sie familiär verbunden und standen auch künstlerisch in intensivem Austausch. Dennoch kann man sich kaum zwei gegensätzlichere Künstler denken.

 

Andrea Mantegna, im humanistisch geprägten Umfeld der Stadt Padua ausgebildet und beeinflusst vom Florentiner Bildhauer Donatello, übernahm die Neuerungen der Renaissance radikal in seine Bildgestaltungen. Auch in seiner späteren Zeit als Hofmaler in Mantua blieb für Mantegna stets die „inventio“, die intellektuelle Konzeption des Kunstwerks, entscheidend.

 

Giovanni Bellini dagegen nahm die Umbrüche der Zeit vorsichtiger auf. Eingebunden in die venezianische Stadtgesellschaft und die Tradition der berühmten Familienwerkstatt der Bellini, entwickelte er einen atmosphärischen und spirituellen Malstil, der mit seiner Betonung von Licht und Farbe für die venezianische Malerei prägend wurde.

Der Vortrag skizziert die Entwicklung und die gegenseitige Beeinflussung der beiden Renaissancemaler.

 

Susanne Resch hat Kunstgeschichte und Romanistik in Regensburg studiert. Die Malerei der italienischen Renaissance gehört zu ihren bevorzugten Interessensgebieten.

 

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

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Mittwoch, 20. April 2022, ab 16.00 Uhr

Pasolini: Buchpräsentation Bachmann-Gespräche / Film

Kommunales Kino Lübeck, Mengstraße 35

 

Am 5. März 2022 wäre Pier Paolo Pasolini 100 Jahre alt geworden.

Wir wollen in Erinnerung an diesen großen italienischen Filmregisseur, Dichter und Publizisten die schon für Dezember 2021 geplante Buchpräsentation von Dr. Fabien Vitali Bachmann-Gespräche nachholen; siehe Gazzettino 178 https://italia.de/fileadmin/user_upload/September_Dezember_178.pdf.

Die vom deutsch-jüdischen Filmjournalisten Gideon Bachmann auf Ton aufgezeichneten Interviews liegen nun zum ersten Mal in Textform vor.

Der erste Band enthält - auf der Basis der italienischen Ausgabe und aufgrund unveröffentlichten Audiomaterials aus Archiven - transkribierte und übersetzte Gesprächstexte aus den Jahren 1963-1975.

Im zweiten Band findet man einen ausführlichen Kommentar zu den jeweiligen Gesprächen und   weiterführende Informationen, aber auch Interpretationen zu Pasolinis künstlerischem Schaffen und seinen kulturkritischen Gedanken.  

 

Nach einer Pause wird uns im Kommunalen Kino ein Film von Pasolini gezeigt (Ausführliche Informationen finden Sie zeitnah auf www.italia.de.)

 

In Zusammenarbeit mit dem Verlag Galerie der abseitigen Künste Hamburg

https://www.galerie-der-abseitigen-kuenste.de/ 

und dem Kommunalen Kino Lübeck https://www.kinokoki.de/

 

Buchpräsentation Eintritt frei / Film Kino-Eintritt

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Mittwoch, 27. April 2022, 19.00 Uhr

Die Provence oder der Traum vom Licht

Vortrag mit Digitalbildern von Dr. Almut Mey, Berlin

VHS-Aula, Falkenplatz 10

 

Die Provence ist die klassische Kulturlandschaft einer ehemaligen Provinz des Römischen Reiches. Noch heute zeugen Amphitheater in Nîmes und Arles, das antike Theater in Orange und der riesige Aquädukt Pont du Gard von der einstigen Römerherrschaft. Aber auch das Mittelalter ist vielerorts gegenwärtig; in Avignon mit dem Papstpalast und der berühmten Brücke sowie in der Vaucluse mit dem Zisterzienserkloster Sénanque.

Eine bemerkenswerte Region ist der Luberon. Von ihrer landschaftlichen Schönheit abgesehen erlangte sie historische Bedeutung insbesondere in der im 16. Jahrhundert zunehmenden Verfolgung der Waldenser, einer Sekte, die als Häretiker betrachtet wurde. Einmalig und unvergesslich ist die Felsenfestung von Les Baux hoch über dem Ginsterland!

Das einzigartige Licht der Provence hat zahlreiche Maler in seinen Bann gezogen wie Vincent Van Gogh oder Henri Matisse. Aber auch Dichter hat die Provence angelockt.

 

Dr. Almut Mey ist Ethnologin und lebt in Berlin. Sie war bereits mehrfach Gast der DIG Lübeck.

 

In Zusammenarbeit mit der VHS Lübeck

Eintritt 7 € / 4 € DIG-Mitglieder

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